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Drei neue Schriften von Dr. Frank Wörner stehen auf unseren Webseiten als Download zur Verfügung. Dabei geht es um heimische Wildtiere. Ein Aufsatz dreht sich um den Luchs, der andere um das Wisent. Neu hinzugekommen ist eine Infoschrift über Raben.

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Schon seit mehreren zehntausend Jahren beobachten Menschen den charismatischen Kolkraben und sind von seinen komplexen Verhaltensweisen fasziniert. Er ging in die Mythenwelt der arktischen Jägervölker und die des nördlichen Amerikas ebenso wie in die Sagen der alten Europäer ein. Und bei der Intelligenz dieses Vogels ist es nicht erstaunlich, dass er umgekehrt auch den Menschen beobachtet und sein Verhalten darauf einstellt.

Nach Jahrhunderten der Verfolgung und langer Abwesenheit stellt sich die Frage, ob der Luchs erfolgreich seine alte Heimat wieder besiedeln kann. Pinselohr, Backenbart und Stummelschwanz mit schwarzer Spitze machen den Luchs unverwechselbar. Seine Hinterläufe sind länger als die Vorderbeine; große Pranken verhindern im Winter ein Einsinken im Schnee. Der Luchs unterscheidet sich in seinem Verhalten, ehemalige Lebensräume nach längerer Abwesenheit zu besiedeln, deutlich vom Wolf und es wird sehr lange dauern, bis der Luchs bei uns - wenn überhaupt - wieder verbreitet heimisch wird.

Wisente lebten bis ins 17. Jahrhundert gemeinsam mit einem anderen Wildrind, dem Auerochsen, in Europa. Während aber der Auerochse oder Ur (Bos primigenius) nur noch in seiner domestizierten Form als Stammvater der eigentlichen Hausrinder oder seit spätestens den 1920er Jahren in seiner phänotypischen Rekonstruktion als eine neue Rinderrasse („Heckrind“) weiterlebt, blieb der Wisent als Art erhalten. An diesem Wildrind wurden vermutlich nie ernsthaft Domestikationsversuche unternommen. Das Wisent war fast ausgestorben und wurde nicht in letzter Minute, sondern in allerletzter Sekunde vor dem Artentod gerettet.

 

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